“Und hiermit erkläre ich die Erkältung für beendet” – so sagte ich mir gestern abend, um der unerquicklichen Laufpause endlich wieder zu entrinnen. Ich huste zwar noch leicht, aber das erstens nur nachts und zweitens spüre ich ansonsten keine Beschwerden mehr und fühle mich seit zwei Tagen wieder fit.
Vor vierzehn Tagen habe ich mir im “Runner’s Point” (Filiale Münster) zudem ein zweites Paar Laufschuhe gegönnt, die ich bislang noch nicht testen konnte. Die Rückgabefrist, die “Runner’s Point” (bei Kauf nach Beratung) gewährt, nähert sich akut dem Ende zu, so dass ich in die neuen Schuhe schlüpfte.
So einfach die Auswahl des ersten “richtigen” Laufschuhs vor einigen Monaten war (im New Balance 855 fühlte mich mich einfach sofort wohl), so schwierig gestaltete sich die Auswahl des zweiten Paares. Wie man an der Wahl des NB 855 schon erkennen kann, bin ich ein Überpronierer; knicke beim Aufsetzen und Abrollen also stark nach innen ein. Das Einknicken im Fußgelenk ist links sehr viel stärker ausgeprägt als rechts. Optimal wären also wohl zwei unterschiedliche Schuhe …
Nach einer ersten Laufbandanalyse (barfuß), die dem freundlichen und kompetent wirkenden Verkäfer meine Beschreibung meiner Füße bestätigte, holte dieser Schuhe von Brooks, Asics, Puma und noch einem Hersteller aus dem Lager. In den Puma-Schuhen fühlte ich mich überhaupt nicht wohl; die Brooks Beast waren an sich ok, auch auf dem Laufband sah die Fußhaltung ok aus, aber ich hatte das Gefühl, dass der Halt zwischen Vorder- und Mittelfuß nicht fest genug sei (zumindest nicht im Vergleich zum NB 855. Schlussendlich fiel die Wahl auf den Asics Foundation VI. Die Schnürung verteilt den Druck sehr schön gleichmäßig über Vor- und Mittelfuß, die Ferse sitzt fest und angenehm und das Video vom Laufband-Test sieht sehr gut (nahezu kein Einknicken mehr) aus.
Doch zurück zum ersten Freilandversuch, der auf einer gemütlichen Standard-11km-Runde stattfinden sollte: Wie erwartet nach 14-tägiger Pause, begann der Lauf recht stockend, ohne rechten Rhythmus; die Füße platschten abwechselnd auf den Boden und ich bewegte mich dabei irgendwie vorwärts. Nicht erwartet hatte ich, dass sich das während des gesamten Laufes nicht bessern würde. Klar, neue Schuhe sind immer eine Umstellung, aber hier stimmte etwas grundlegendes nicht. Mein linker Fuß (der, mit dem ich stärker einknicke) fühlt sich merklich wohl im Foundation VI; dafür weiß mein eigentlich problemloser rechter Fuß nicht, was er tun soll. Die Rhythmus-Probleme kommen klar vom nur so aufplatschenden, rechten Fuß. Es ist, als wenn die natürliche Abrollbewegung völlig blockiert wäre. Alle Variationsversuche (kurze Schritte, lange Schritte; Auftritt weiter vor dem Schwerpunkt, direkt unter dem Schwerpunkt; hohe oder niedrige Frequenz) ändern nichts. Aus dem “Unwohlsein” werden leichte Schmerzen im Fußgelenk und stärkere Schmerzen im Knie. Beide Gelenke fülen sich an, wie nach einer heftigen Überlastung.
Ich will noch kein endgültiges Urteil über den Schuh fällen, aber es gibt mir schon zu denken, dass die Überlastungssympthome (nun auch im linken Knie) auch im Laufe des Tages nicht verschwanden und mir noch bis zum Nachmittag des Folgetages nur langsam abklingend erhalten bleiben sollten.
Den exakt ausgemessenen 9,3 km Abschnitt der 11 km Runde schlappte ich in 01:13 h (also wahrlich nicht “zu schnell”) herunter.
Den nächsten Lauf werde ich in den alten Schuhen laufen und im übernächsten den neuen Schuhen eine zweite Chance geben. Sollten sich die Gelenkschmerzen wiederholen, werde ich die Schuhe zur&uum;ckbringen und nach Schuhen suchen, die zwar eine ähnlich gute Kombination aus Dämpfung (die gefällt mir beim Asics für lange Läfe und mein Gewicht sehr gut) und Stützfunktion bieten, aber die Abrollbewegung nicht so deutlich über den Mittelfuß hinaus kontrollieren / steuern. Hmmm. Sollte ich doch mal den Brooks Beast (und da war noch ein anderer Brooks Schuh) testen?
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